Wenn man einmal Flügel hat, kann man nicht mehr landen..

Es gibt viele Neuigkeiten, ich habe lang nix mehr hören lassen.

Rumänien ist so schön, ich hätte nie gedacht, dass ich mich hier mal so wohlfühlen würde.

Im Ungarischen gibt es 2 Wörter für „zu Hause“. Eines benutzt man, wenn man gerade genau dort ist und eines, wenn man sich woanders befindet. Also ist Deutschland/Pirna nun mein „otthon“ und das Kinderheim im schönen Tirgu Mures mein „itthon“. In 6 Monaten wird sich das nur schon wieder umkehren, denn dann geht es zurück in die Heimat, zu bekannten Gesichtern, in eine bisher noch ungewisse Zukunft, ins schöne Sachsen.
Das mag für Viele toll klingen. Wieder ankommen zu dürfen-im eigentlichen zu Hause, Alle in die Arme schließen zu können. Ich habe ein bisschen Angst davor, denn dann geht der eigentliche Ernst des Lebens los, langweiliger Alltag, Studiumsstress, Gebundenheit. Ich will nicht alles schlechtreden, aber mir gefällt es hier so gut. Man fühlt sich frei, unbeschwert und ich genieße das neue Familienleben, zu dem ich noch so viel schöne Momente beitragen will.
Hier passieren Dinge, die mich jeden Tag wieder verzaubern und zum Lachen bringen. Die Kinder sind so wunderbar. Es ist unglaublich und wunderschön, dass gerade „elternlose“ Kinder mir so viel Liebe und Halt geben können. Und deswegen will ich ihnen unbedingt so viel von mir geben. So viel wie jeder Einzelne von ihnen braucht und sie nicht nach einem Jahr zurücklassen müssen. Solche Situationen kennt jeder von ihnen zur Genüge.
Auch arbeitstechnisch haben sich einige Dinge geändert, besonders in den 2 Wochen bei denen ich in Deutschland zum Zwischenseminar und auf Kurzbesuch zu Hause war.
Ein Mädchen ist „umgezogen“, wir haben einen neuen Jungen bekommen, der so unglaublich dankbar und lebensfroh ist.

Zudem habe ich einen neuen Dienstplan.
Denn ab sofort bin ich nicht mehr „nur“ Freiwillige, sondern auch Betreuerin mit 24h Schicht am Wochenende. Das hat sich nun so ergeben und trotz großer Angst vor so viel Verantwortung, klappt es bisher sehr gut. Und so ein voller Samstag wie gestern, fühlt sich wirklich an, wie in einer großen aufgeweckten Familie. Gemeinsam basteln, spielen, im Dunkeln Verstecken spielen und weil Wochenende ist, gemeinsam „Hotel Transsilvanien“ schauen. Ich habe jetzt auch begonnen den kleineren Kindern vorm Schlafen gehen abends vorzulesen. Ab und zu muss ich zwar ganz schön kämpfen und bekomme Knoten in die Zunge, aber ich merke wie die Kinder die Zuneigung genießen, egal ob ich was falsch ausspreche und neue Wortschöpfungen erfinde.


Außerdem kommt der Frühling. Weswegen ich mir jetzt viele Gedanken über Reisen und Wochenendausflüge mache. Die letzten freien Tage war ich mit Marianne in Turda, wo wir uns die Stadt angeschaut haben und spontan eine ordentliche Wanderung zwischen 2 und auf einen Felsen gemacht haben. Blauer Himmel, strahlender Sonnenschein, nur mit langem Oberteil auf dem Gipfel und sich den noch kühlen Wind um das gerötete Gesicht pusten lassen. Das war ein toller Start ins nächste halbe Jahr voller Ausflüge, Entdeckungen und Abenteuer. Ihr könnt euch sicher sein, ich werde es in vollen Zügen genießen.

<3 Cheile Turzii 

Auf dem rechten Felsen war ich drauf. 

super Wanderweg (;

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