Es sind die kleinen Dinge.. und ein bisschen Cluj

Es ist mittlerweile schon wieder ein bisschen Zeit vergangen, weshalb ich den Sonntagnachmittag nutze, um auf die letzten Tage zurückzublicken…
Nachdem ich eine längere Weile krank war und mich ein bisschen elend gefühlt habe, ging es endlich wieder bergauf und ich fühle mich körperlich wieder fit, was mich dazu animiert, Sport zu machen-nur wo? Bisher habe ich noch keine Angebote im Internet gefunden. Ich hasse Joggen und ein bisschen Sport in meinem Mini-Zimmer ist logistisch auch nicht möglich. Deswegen werde ich die Woche Elöd (den deutsch-sprechenden Sozialpädagogen) mal fragen, ob es hier sowas wie Yoga/Turnen/Tanzen oder sowas in der Richtung gibt.

Letztes Wochenende hat mich natürlich Marianne besucht, die Geburtstagskind war. Gemeinsam mit ihr und 4 anderen Freiwilligen habe ich  2 sehr gemütliche Tage mit Kuchen essen, in der Sonne spazieren, Schokolade trinken und Brunchen verbracht.

Ich hatte mittlerweile schon 2 Ungarischstunden auf Englisch (das ständige Umdenken ist sehr anstrengend)! Ich hoffe, dass mich das grammatisch gesehen nochmal voranbringt, denn was ich hier im Kinderheim sage und brauche, versuche ich mir situationsbedingt selbstanzueignen.
Zu meinen Aufgaben im Kinderheim ist jetzt auch noch der Weg zum Logopäden hinzugekommen. Bisher gehen 2 kleinere Kinder dorthin, weil sie einfach ein paar (teilweise niedliche) Probleme mit der Aussprache von bestimmten Buchstabenzusammensetzungen haben-da geht es ihnen auch nicht anders als mir.
Außerdem war ich diese Woche das erste Mal im Philotheaklub, wo ich mit einer anderen deutschen Freiwilligen Deutschunterricht gebe. Das läuft dann so ab, dass die Kinder ankommen und ein bisschen spielen bis es losgeht. Dann starten wir mit einem auflockernden Gemeinschaftsspiel, um danach den wirklichen Unterricht zu beginnen. Letztes Mal ging es zum Beispiel um das konjugieren von verschiedenen Verben. Die andere Freiwillige macht das wirklich super und hat auch spitzen Ideen, wie man sich spielerisch so trockener Grammatik annähert. Danach trinken wir gemeinsam Tee, essen Kekse und es wird noch eine halbe Stunde gebastelt. Ab sofort werde ich also Mittwoch die Anfänger und Donnerstag die Fortgeschrittenen jeweils 2 Stunden mit unterrichten. Eine super Abwechslung zur Arbeit im Kinderheim.
Was gibt es neues bezüglich der Kinder? Glücklicherweise gab es in letzter Zeit immer wieder Momente, die mir das Gefühl gegeben haben, dass die Kleinen mich mehr an sich ranlassen und bei sich haben wollen. Egal, ob es eine Umarmung beim Abholen vom Kindergarten, der Wunsch, dass ich beim Duschen und Zähneputzen helfen soll oder ein einfaches Lächeln ist…Solche kleinen Dinge zeigen mir, dass ich akzeptiert bin und gemocht werde.
Letztens bei den Mathehausaufgaben habe ich einem Jungen bei den Zahlenfolgen geholfen. Als nach seinen Berechnungen eine 112 rauskam, schrieb er an die Zahl „Police, Ambulance, Fire“ dran, damit ich weiß, wen ich anrufen muss, wenn was Derartiges passiert. Das fand ich so unglaublich lieb und aufmerksam. Bisher wusste ich nämlich wirklich nicht, welche Nummer ich wählen muss „wenns brennt“.
Selbst mein kleines Sorgenkind, was mich manchmal sehr abstößig behandelt, forderte letztens von der Betreuerin, dass sie mich holt, weil ich es sein sollte, die sie aus dem Essenstühlchen raushebt…

Freitagabend waren alle gemeinsam auf dem großen Platz im Zentrum vor dem Nationaltheater. Dort fand eine Lichtelaktion der Caritas statt. Jedes Kind hat also eine Kerze bekommen und konnte sie an das vorgegebene Symbol anreihen. Es sah total schön aus und für die Kinder war es auch etwas sehr Besonderes.






Danach kam Marianne aus ihrem Dorf angereist, um die Nacht bei mir zuverbringen, damit wir gemeinsam Samstag früh nach Cluj Napoca (rum.) /Klausenburg (dt.) /Kolozsvár (ung.) starten konnten.
Als wir uns jedoch morgens fertiggemacht hatten und gerade starten wollten, wurden wir gebeten doch noch eine halbe Stunde zu bleiben, da ein Junge Nachts ins Krankenhaus musste (Blinddarm) und die Betreuerin nun irgendwohin sollte und auch noch zum Bäcker musste (alles habe ich auch nicht verstanden)..Da haben Marianne und ich schon nicht mehr daran geglaubt den Bus nach Cluj zu bekommen, aber…alles hat geklappt. Nach einer 2-stündigen Busfahrt kamen wir in der zweitgrößten und wunderschönen Studentenstadt Rumäniens an. Am Busbahnhof trafen wir noch eine Mitfreiwillige. Das Wiedersehen war toll und auch unser Hotel war ein Glücksgriff! Wir machten uns dann sofort auf, um die Stadt (natürlich ohne Reiseführer :D ) zu erkunden. Und ich muss wirklich sagen:
Neben stinkenden Nudeln, die ich beim „Nobelitaliener“ nicht mal probiert habe, weil mir schon vom Geruch schlecht geworden ist, und meinem nichtvorhandenen Koordinationssinn, lief alles wie am Schnürchen. Die Kamera ist schon fast an meine Hand angewachsen, weil ich so viele Fotos geknipst habe -von dieser wunderschönen Stadt:


Der botanische Garten-ein super Plätzchen um bei strahlendem Sonnenschein zu entspannen.

 Endlich wieder Torte! Ich habe natürlich das Schokostück ganz rechts genossen-es war himmlisch!

die Michaeliskirche
Auf dem großen Platz gab es auch noch einen kleinen Markt und ein verrücktes Labyrinth, sowie mittelalterlich verkleidete Menschen, die durch Ritterkämpfe einen kleinen Vorgeschmack zu einem Fest in einer anderen Gasse geboten haben, bei dem wir auch noch vorbeigeschaut haben.


Avram-Iancu Platz mit riesiger prunkvoller orthodoxer Kirche



Lecker Chips mit Biergeschmack, die wir leider nicht probiert haben.


rumänische Nationaloper und Nationaltheater


Wunderschöne Altstadt!!!
Links ist der KFC, wo wir Kartoffelecken gegessen haben. :p


Abends waren wir in einer schönen Bar. Es war so warm, dass wir sogar draußen sitzen konnten. Für weniger als 10 Euro habe ich 3 Cocktails geschlürft und an 2 Tequilarunden teilgenommen.


Nächstes Wochenende plane ich etwas sehr Verrücktes. Ich hoffe, dass das so klappt, wie ich es mir vorstelle. Ich werde auf jeden Fall davon berichten! Außerdem wird das Kinderheim 20-da gibt es eine fette Party (: !

Bis Bald! <3


Kommentare

  1. Der Partykaktus darf an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben!!! Er hat die Fahrt in meiner Tasche unbeschadet überstanden, steht nun auf meinem Tisch und freut sich seines Lebens =D

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ach, wie Recht du hast! Ich habe das Partykaktus-Tequilabild nicht hochgeladen :( Hätte ja aber auch unser kleines Geheimnis bleiben können :p

      Löschen

Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts aus diesem Blog

Es war einmal..

Abschiedsblues

mehr Meer, bitte.